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Schwarzkümmelöl – ein Selbstversuch

In vielen Veröffentlichungen wird Schwarzkümmelöl zur Zeckenabwehr für Mensch und Tier propagiert. Da ich offenbar bei den Krabbeltierchen sehr beliebt bin und auch das ganze Jahr draußen unterwegs bin, werde ich auch ca. 12 – 15 Mal im Jahr gebissen. Da ein Zeckenbiss Krankheiten* wie Borreliose, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und andere Krankheiten übertragen kann, bin ich immer an Methoden zur Zeckenprophylaxe interessiert die mich vor den lästigen Spinnentieren schützen. Die homöopathische Zeckenprophylaxe mit Lendum D 12 hatte für mich nach einem Jahr Anwendung keine Verbesserung gebracht.

Bislang habe ich mich mit den üblichen Maßnahmen geschützt:

  • Lange Hose, geschlossene Schuhe tragen und die Hose in die Socken stopfen.
  • Die Unterschenkel bis etwa in Kniehöhe mit einem Repellentien (Antibrum, Insecticide 2000 o.ä.) oder selbst gemachten Zeckenspray besprühen.
  • Nach dem Ansitz oder Pirschgang den Körper auf Zecken absuchen / lassen.

Wie oben beschrieben schafften es aber durchschnittlich ca. ein Dutzend dieser Plagegeister im Jahr trotzdem sich festzusaugen. Aus diesem Grund wollte ich in einem Selbstversuch ausprobieren, ob das Hausmittel Schwarzkümmelöl wirkt, eine Verbesserung bringt und Zecken mich in Zukunft deshalb meiden.

Der Test
Im Februar 2021 begann ich täglich zwei Schwarzkümmelöl-Kapseln (=1.000mg) einzunehmen und bemerkte erst einmal gar nichts. Das einzig erwähnenswerte war, dass ich immer kurz nach der morgendlichen Einnahme heftig Aufstoßen musste und sich dabei der intensive Schwarzkümmel-Geschmack in Mund und Rachen verbreitete, der so gar nicht mit meinem allmorgendlichen Café harmonierte. Das Ganze habe ich bis Mitte/Ende Mai 2021 durchgezogen und dann beendet, da ich bis dahin trotz der obigen Schutzmaßnahmen plus Schwarzkümmelöl schon 5 Zeckenbisse hatte.

Fazit
Für mich funktioniert dieses Hausmittel zum Zeckenschutz so gar nicht. Die orale Einnahme der Tagesdosis Schwarzkümmelöl – Kapseln brachte bei mir nach ca. 3 Monaten Vorlaufzeit keinerlei Verbesserung oder weniger fest gesaugte Spinnentiere. Dazu kommt der wirklich widerliche Geschmack nach der morgendlichen Einnahme. Aufgrund dessen ich auch niemanden empfehlen kann, es einfach für sich auszuprobieren, ob es im Einzelfall vielleicht doch hilft? Darüber hinaus mehren sich die Stimmen, dass es durch den längeren Verzehr von Schwarzkümmelöl zu Leber- und Nierenschäden kommen kann. Ich werde in Zukunft die rein äußerlichen Maßnahmen noch etwas hochfahren (Hosengummi, helle Klamotten, einsprühen der Unter- und Oberschenkel) und ansonsten versuchen mit den Zecken zu leben.

Bei meinem Hund werde ich NexGard oder Bravecto verwenden, da ich mit Frontline, Halsbändern, Kokosöl oder äußerlich angewendetem Schwarzkümmelöl keine guten Erfahrungen gemacht habe.

*Gegen FSME bin ich zwar geimpft, habe aber von einer Infektion in der Vergangenheit einen erhöhten Borreliose-Titer und möchte zukünftige „Auffrischungen“ damit vermeiden.
**Ich bin kein Arzt, Heilpraktiker oä. und dieser kleine Feldversuch stellt auch keine Anleitung oder medizinische Beratung oder Empfehlung in irgend einer Form dar 😉

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