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Kanzelheizungen im Test

Wer viel Schwarzwild hat und sich im Winter deshalb, auch mal die eine oder andere Nacht, um die Ohren schlägt, der kennt das Gefühl – irgendwann frieren einem auch im dicksten Ansitzsack die Füße und bald bibbert auch der Rest. Mit den fallenden Temperaturen, sinkt nicht nur die Freude am Jagen, sondern auch die Treffsicherheit kann leiden, wenn es einen vor Kälte schüttelt.

Oder das klassische Dilemma: zieht man sich auf der Fahrt ins Revier warm genug für den Nachtansitz an, schwitzt man die Kleidung spätestens beim Zustieg zur Kanzel durch und friert anschließend umso mehr. Zieht man weniger an, um nicht zu schwitzen, friert man später beim Ansitz.

Der nächste Winter kommt bestimmt und damit auch die glitzernd frostigen Nächte, beim Ansitz auf Sau und ranzenden Fuchs. Mit einer auf der Kanzel deponierten Heizung ist das Frieren beim Ansitz kein Thema mehr und der Jagderfolg rückt in greifbare Nähe, da man länger sitzen kann. Welche Kanzelheizung wirklich jagdtauglich ist, lesen Sie in unserem Kanzelheizungstest im folgenden Artikel.

Verschiedene Wärmearten

Wärme ist übrigens nicht gleich Wärme. Fachleute unterscheiden zwischen Konvektions- und Strahlungswärme. Bei der Konvektionswärme wird Energie von einem, zu einem anderen Ort übertragen. Wird also Wärme von der Luft aufgenommen und diese an einen anderen Ort gebracht, ist Luft der Träger der Wärme.

Ganz anders die Strahlungswärme, bei der Wärmestrahlen auf den menschlichen Körper treffen und ihn „von innen“ erwärmen. Lagerfeuer- oder Kachelofenwärme mit einem hohen Anteil an Strahlungswärme, fühlt sich deshalb ganz anders an, als eine Zentral- oder Fußbodenheizung.

Die Geräte

Gasofen

Der leichte und transportable Gas-Heizstrahler aus lackiertem Metall, wird unter verschiedenen Namen im Internet vertrieben. Das Gerät lässt sich mit einer Piezo-Zündung starten und verfügt über eine variable Temperatursteuerung. Das Gerät gibt, auf Grund der Heizflamme, schwach Licht ab. Am Anfang bläulich, knackt es manchmal ein wenig, beginnt nach kurzer Zeit das Keramik- Heizelement zu glühen und das Licht wird zu einem rötlichen “Schimmern”. Kartuschenwechsel sollte man, aus Geräuschgründen, besser Zuhause und nicht in der Kanzel durchführen. Bei großer Kälte sollte man zusätzlich, ein paar Streichhölzer mit nehmen, da die Piezo Zündung bei mir dann schwächelte. Eine Gaskartusche kostet ca. zwei Euro. Die Gasheizung strahlt die Wärme in eine Richtung, hauptsächlich nach vorne und oben ab. Auf der Rückseite bleibt es wohltuend kühl. Weshalb man es auch gut näher an die Kanzelwand stellen kann.

Petroleumofen

Im Gegensatz zum Gas- und Spiritusbrenner rußt und riecht Petroleum beim Verbrennen. Das Anzünden des Dochtes erwies sich, als einigermaßen schwierig – hier haben sich lange Streichhölzer (die für Kamin- oder Pfeifenraucher) sehr bewährt. Vollgetankt relativ groß und schwer war es gleichzeitig auch das Gerät mit der längsten Laufzeit (12 h). Es gibt seine Wärme rundum und nach oben ab, weshalb ein gewisser Abstand zu brennbaren Materialien und Kanzelwänden bzw. deren Isolierung notwendig ist. Zur Not könnte man darauf auch Kochen. Hat sich, über den jagdlichen Einsatz hinaus, als Terrassenheizung in kühleren Sommernächten bewährt.

Teelichtofen

Die etwas sperrige Kanzelheizung, aus bandverzinkten Stahlblech wird, mit sieben handelsüblichen Teelichtern betrieben, die ca. vier Stunden Brenndauer haben. Die Füße können auch als Abstandshalter und zur Wandmontage verwendet werden. Für meinen Geschmack, ist diese Festmontage auch die vernünftigste Verwendungsart, da niemand im Winter zusätzlich noch, mit einer halben Meter langen Blechkiste, durch den Wald marschiert. Im übrigen die ideale Methode, die IKEA Teelichtvorräte der Lebensgefährtin, einem vernünftigen Zweck zuzuführen. Vorsicht – an der Klappe kann man sich gut die Finger verbrennen, von daher niemals mit bloßen Händen öffnen!

Blumentopf mit Spirituskocher

Eine effektive und preiswerte Alternative zu den gekauften Gas- oder Petroleumöfen: der Blumentopfofen! Diese Variante wird nicht mit Teelichtern, sondern einem kleinen Spirituskocher befeuert. Diese findet man manchmal im Internet, in der schwedischen Armeeausführung für um die € 5,-. Einen Tonblumentopf hat man Zuhause auch irgendwo rumstehen, ansonsten kostet das Ganze gekauft um die € 15,- bis 20,-. Auch hier gilt: am besten in jeder Kanzel Blumentopf, Untersetzer und Holzleisten deponieren und nur den Brenner mitbringen.

Übersicht

GasPetroleumTeelichtSpiritus
Preis€ ~24,-

*****
€ ~44,-

***
€ ~50,-

***
€ ~15,-

******
Heizleistung*****************
Betriebskosten****************
Größe / Gewicht***********
Lautstärke***************
Punkte18171526

Fazit

Mein persönlicher Favorit nach diesem Kanzelheizung-Test ist die Blumentopf-Variante, da der Brenner preiswert, gut zu transportieren, regulierbar und fast lautlos ist. Letzteres ist übrigens eine Eigenschaft, die alle getesteten Geräte aufwiesen. Auch war es die Variante, die keinerlei Lichtemission freisetzte und so den ansitzenden Jäger auch nicht verrät. Mir persönlich waren Petroleum- und Gasofen für die Kanzel fast zu warm, und die Teelichtheizung nicht warm genug.

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